Rolladenkästen
TypenübersichtPrix Rolladenkästen gibt es in vier verschiedenen Ausführungsformen:
Typ P für Putzmauerwerk Die hochstabilen Rollladenkästen mit spezieller putz- und betonverkrallender Außenschale; der Vorspritzmörtel entfällt. Diverse Abschlussschienen aus Aluminium ermöglichen unterschiedliche Putzdicken Typ K für Verblendmauerwerk, Außenwanddämmung, Ziegelsturz PRIX® Rollladenkästen Typ K sind den Einbaugegebenheiten bei WDVS (Wärmedämmverbundsystemen) und Verblendmauerwerk angepasst. Durch die dünneren Außenschürzen, nur 7 mm, sitzen die Rollladenführungsschienen unmittelbar hinter dem Verblendmauerwerk bzw. dem Wärmedämmverbundsystem. Zusätzliche Laibungsbekleidungen sind unnötig.
Aluschienen mit entsprechendem Überstand bilden den Abschluss für die Verblendung im Bereich der Fensteröffnung. Klinker werden vorgemauert, wie es ohne Rollladenkästen üblich ist.Typ P mono für raumseits geschlossenen Verputz Durch das mit dem Rollladenkasten verbundene hochdämmende PRIX® Spezial-Mono-Bodenteil mit spezieller putzverkrallender Oberfläche ist der Typ P mono raumseitig monolithisch geschlossen und putzbar. Vorteilhaft ist diese Variante, wenn eine innenseitige Sturzoptik gewünscht wird. Einbau des Rollladens und erforderliche Revisionsarbeiten werden bei dieser Variante durch den verbreiterten Rollladenschlitz durchgeführt.
Die Schlitzverbreiterung wird durch ein abnehmbares Aluminium-abdeckprofil, das PRIX® Monoprofil, optisch und technisch sauber geschlossen. Durch das Zusammenfügen der einzelnen PRIX® Module beim Fachbetrieb bleiben individuelle und flexible Anpassungen möglich.
Rolladenkästen
"Rolladenkästen sind die Umschließung des Rollraumes der Rolladen" (DIN 18073). Sie wurden früher handwerklich als raumseitige Blenden aus Tischlerplatten, Holz-, Metall- oder Rabitzrahmen hergestellt. Die Lagerhalter für Rolladenwellen mußten seitlich in das Mauerwerk eingegipst werden. Hohe Kosten, in den Raum vorstehende, nichtverputzbare Blenden, schlechte Wärme- und Schalldämmung waren kennzeichnend.
Seit über 30 Jahren werden Rolladenkästen industriell, meist als U-förmige Fertigteile hergestellt, die Fachfirmen auf das benötigte Maß zurichten und mit dem notwendigen Zubehör ausstatten. Fertig-Rolladenkästen werden meist gleichzeitig mit dem Hochziehen des Mauerwerks eingebaut. Diese Rationalisierung ermöglicht den Einbau von Rolläden in großem Umfang.Anforderungen an Fertig-Rolladenkästen für den Neubau
In dieser Druckschrift werden vorzugsweise Rolladenkästen für den Neubau behandelt. Sie müssen bestimmte Qualitätsansprüche erfüllen:
- Putz- und Betonhaftung
- Einbausicherheit
- Widerstandsfähigkeit
- Vielseitigkeit
- ausreichender Rollraum
- Feuersicherheit
- Wärmedämmung
- Schalldämmung
Putz- und Bodenhaftung
Die Schürzen von Fertig-Rolladenkästen müssen zuverlässige Putzhaftung, die Rolladenkasten-Oberseite sicher Verankerung in den Sturz- bzw. Deckenbeton bieten.
Einbausicherheit
Fertig-Rolladenkästen müssen rationell einzubauen und maßhaltig sein. Sie müssen genügend große Auflager für den sicheren Sitz auf dem Mauerwerk und für die Funktion des Rolladenantriebes haben, sowie bei möglichst geringem Gewicht große Stabilität und Verwindungsteifigkeit besitzen.Widerstandsfähigkeit
Fertig-Rolladenkästen müssen so konstruiert sein, dass ihre Lebensdauer der des Bauwerks entspricht. Sie müssen mechanischen Einwirkungen, Korrosion, Schädlingsbefall, Witterung und sonstigen äußeren Einflüssen widerstehen.
Vielseitigkeit
Fertig-Rolladenkästen müssen in Abmessungen und Konstruktion unterschiedlichen Einbaubedingungen - Putzbau, Verblenderbau, etc. - angepaßt und mit entsprechender Ausstattung für alle Bedienungsanforderungen geeignet sein.
Rollraum
Fertig-Rolladenkästen müssen dem Rolladenpanzer genügend Rollraum bieten. Dieser wird durch die lichte Tiefe und lichte Höhe des Rolladenkastens bestimmt. Die lichte Höhe wird durch die Dicke des Rolladenkastendeckels, ca. 30 mm (Seite 28), ins Kasteninnere ragende Fenster-/Tür-Blendrahmen (ca. 20 mm) und den für den Rolladenballen notwendigen Schlupf (ca. 15 mm) bestimmt.
Feuersicherheit
Die Anforderungen an die Feuerwiderstandsdauer tragender oder nichttragender Außenwände gelten nicht für Rolladenkästen. Die Bestandteile der Rolladenkästen müssen jedoch mindestens eine Baustoffklasse B2 (normal entflammbar) nach DIN 4102, "Brandverhalten von Baustoffen und Bautelen", Teil 1 (Ausgabe Mai 1981) entsprechen.
Wärmedämmung
DIN 4108 "Wärmeschutz im Hochbau", Teil2 (Ausgabe 8/1981), ordnet Rolladenkästen einschliesslich Rolladenkastendeckel unter Ziffer 5.2.1 ausdrücklich den Außenwänden zu. Zugrunde gelegt werden die Anforderungen nach Tab. 1, Zeile 1.1 "Außenwände" der DIN 4108, Teil 2: Wärmedurchlasswiderstand 1/Omega (einfügen als Sonderzeichen!!!!) >= 0,55 m²K/W Wärmedurchgangskoeffizient k <= 1,39W/m²K.
Die Wärmeschutzverordnung vom 16.08.1994, gültig seit 01.01.1995, fordert in Anlage 1, Ziffer 1.6.1 für Rolladenkästen einen k-Wert <= 0,6W/m²K.Der Nachweis dieser Forderung darf wie folgt durchgeführt werden: Auszug uas den Bundesanzeiger vom 31.12.1994, Seite 12646
a) Eindimensionale Rechnung
Die Anforderung nach der Wärmeschutzverordnung gilt als erfüllt, wenn die nachstehend genannten, für die einzelnen Wandungen geltenden Wärmedurchlasswiderstände (1/Omega (einfügen als Sonderzeichen!!!!)) nicht unterschritten werden.
1 0,55 (m²K)/W (Mindestanforderung an jeder Stelle)
2 0,55 (m²K)/W (Mindestanforderung an jeder Stelle)
3 1,4 (m²K)/W, wobei für die Innenwandung 1/Omega (einfügen als Sonderzeichen!!!!) >= 0,8 (m²K)/W einzuhalten ist und die Luftschicht nicht berücksichtigt wird
4 0,55 (m²K)/W (Mindestanforderung an jeder Stelle)
Die angegebenen Werte beziehen sich nur auf die Bauteilschichten; die innere Luftschicht und die Wärmeübergangswiderstände sind bei den geforderten Widerständen bereitsberücksichtigt.
Für die eingeabauten Dämmschichten aus PUR-Schaum ist als Rechenwert derWärmeleitfähigkeit ohne Nachweis SonderzeichenR=0,035W (mK) anzusetzen. Desweiteren ist folgende Bedingung einzuhalten:
Breite des Panzerauslaßschlitzes <= maximale Panzerdicke + 10 mmb) Zweidimensionale Rechnung
Bei dieser Rechnung ist als Wärmedurchlaßwiderstand für die Luftschicht einzusetzen
bei offenem Schlitz 0,11 (m²K)/W
bei geschlossenem Schlitz 0,17 (m²K)/W
(z.B. Bürstendichtung)
Für den Schlitzverschluss ist eine 10 mm dicke Holzplatte mit SonderzeichenR=0,13W(mK) anzunehmen.
Die Wärmestromdichte ist bei diesem Verfahren auf die senkrechte Projektionsfläche (Ansichtsfläche) des gesamten Rolladenkastens zu beziehen.c) Prüfung
Eine Prüfung ist nach DIN 52619, Teil 1, durchzuführen. Dabei ist der Panzerauslaßschlitz praxisgerecht zu schliessen.In der Annahme, der Rolladenkasten-Innenraum habe durch den Rolladenauslaßschlitz eine direkte Verbindun mit der Außenluft und sei deshalb "kalt", wurde früher zur rechnerischen Ermittlung der Wärmedämmung von Rolladenkästen nur die dünnste Stelle der Innenschürze berücksichtigt.
![]()
Dies trifft nicht zu. Messungen zeigen, dass die Temperatur im Rolladenkasten etwa in der Mitte zwischen Innen- und Aussentemperatur liegt.
Da erwärmte Luft spezifisch leichter als das kalte, steigt sie im Kasteninnenraum als unten offenem, aber dämmend wirkendem Gebilde, nach oben. Dieser "Heißluftballon- oder Manteleffekt" dämmt zusätzlich. Eine nennenswerte Luftbewegung in Rolladenkästen gibt es nur bei starkem Wind und undichtem Kasten. Da moderne Rolladenkästen durch Dichtgurtführungen, abgedichteter Rolladenkastendeckel, Rolladenanpressfeder, Dichtungen am Auslaßschlitz usw. weitgehend dicht sind, ist die Luftschicht in Rolladenkästen nach DIN 4108 "hinreichend ruhend" und kann deshalb in der Dämmwertberechnung mit 1 / .... = 0,17 (qmK)/W eingesetzt werden. Damit erhält die Rolladenkasten-Außenschürze zusätzliche Bedeutung, denn sie hindert den Wärmeabfluß vom Rolladenkasten-Innenraum nach außen.Die Temperaturkurve bei einer Innentemperatur von + 20 C und einer Außentemperatur von - 10 C verläuft bei zwei unterschiedlich gedämmten Rolladenkästen wie folgt:
Schalldämmung
Die Schalldämmung im Bereich der Fenster und Rolladenkästen bestimmt nur der Luftschall (im Gegensatz zum Körperschall). Bei erhöhter Schalldämmung der Fenster durch geschlossene Rolläden muss auch der darüber eingebaute Rolladenkasten entsprechend gute Schalldämmwerte bieten.Die Einheit dB (Dezibel) drückt das Maß der Luftschalldämmung aus und bezieht sich auf das Schalldämmaß R oder die Schallpegeldifferenz D. Da das menschliche Ohr die verschiedenen Tonhöhen (Frequenzen) unterschiedlich wahrnimmt - tiefe Töne leiser, hohe Töne lauter - wird eine eigene Frequenzgangkurve zugrundegelegt, die diese Unterschiede bei der Messung der Lautstärke berücksichtigt. Die Kurve zeit das bewerte Schalldämmmaß Rw in dB und die bewertete Normschallpegeldifferenz Dnw in dB.
Das Schalldämmaß dB ist ein logarithmisches Maß. Eine Erhöhung des Schallpegels um 10dB verdoppelt, eine Erhöhung um 20 dB vervierfacht die Lautstärke usw. Entsprechend halbiert eine Schalldämmung von 10dB die ursprüngliche Lautstärke, eine Dämmung von 20dB mindert um 75%.
Fenster und Fenstertüren sind zur Unterscheidung ihrer schalldämmenden Eigenschaften in Schallschutzklassen eingeteilt. Die örtlichen Baubehörden setzen - abhängig von der vorhandenen Lärmsituation - die Anforderungen an die Schalldämmung durch Vorgabe der Schallschutzklasse fest.
Die Luftschalldämmung kann - im Gegensatz zur Wärmedämmung - nicht errechnet sondern nur auf Prüfständen oder direkt am Bau gemessen werden. Bei Labormessungen werden Rollädenkästen über einem "Idealfenster" in eine Prüfwand eingebaut. Das Fenster beeinflusst dadurch nicht das PRüfergebnis. Sonst entspricht der Einbau der Baupraxis. Grundlage für die Anforderungen ist DIN 4109 für die Messungen DIN 52 210. Der Dnw-Wert ist abhängig von Größe bzw. Länge des Rolladenkastens. Größere als der geprüfte verschlechtern den Dnw-Wert, kleinere verbessern ihn. Dnw-Werte glänzen oft durch hohe dB-Zahlen, die meist bei kleinen Rolladenkästen gemessen sind. Deshalb ist der Rw-Wert praktikabler, zumal auch bei der Beurteilung der Schalldämmung von Fenstern und der Schallschutzklasse Rw-Werte angewandt werden. Sie sind unabhängig von der Rolladenkastenlänge.
Die Luftschalldämmung von Rolladenkästen ist in der Praxis von allem abhängig von
- Masse und Material des Rolladenkastens
- Masse, Material und Abdichtung des Rolladenkastendeckels
- Anschluß an das Fenster
- Größe des Rolladenauslaßschlitzes
Moderne Fertig-Rolladenkästen weisen in der Regel gute Schalldämmwerte auf. Sie können duch innenseitige Beplankung von Rolladenkasteninnenschürze und/oder Rolladenkastendeckel mit schallabsorbierenden Materialien wie Glas- oder Steinwolle oder dünnen Schwermatten noch deutlich verbessert werden.
In der Praxis ist meist die Schallschutzklasse des Fensters vorgegeben. Bei hohen Anforderungen muss das Gesamtdämmaß der Konstruktion Fenster/Rolladenkasten ermittelt werden, da dieses niedriger als das der Einzelkomponenten sein kann.
Je nach Flächenanteil und Schalldämmwert des Rolladenkastens kann das resultierende Schalldämmnaß auch höher als das des Fensters sein.
